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Schulsystem

Ein Klassenraum in einer Primary School
Unterricht
Eine Vorschulklasse beim Unterricht

Allgemeine Informationen
Ugandas Schulsystem ist gegliedert in sieben Jahre Grundschule (Primary School), und sechs Jahre weiterführende Schule (Secondary School), davon vier Jahre Mittelschule und zwei Jahre Oberschule. Jeder dieser Abschnitte wird durch eine Prüfung abgeschlossen. Der Oberschulabschluss nach der Klasse S 6 (vergleichbar mit dem Abitur bei uns) berechtigt zum Universitätsstudium.
Der Schultag ist für die Schüler in Uganda recht lang. Es werden Wege von bis zu einer Stunde zurückgelegt, um zur Schule zu gelangen. Der Unterricht beginnt um 8.00 Uhr und Schüler der höheren Klassen müssen oft schon eine Stunde früher dort sein, um noch zu lernen. Unterrichtsende ist zwischen 16.00 und 17.00 Uhr. Zu Hause muss dann die Schuluniform gewaschen und die Schuhe geputzt werden. Nach Erledigung der Haushaltsaufgaben werden Schularbeiten gemacht und zu Abend gegessen.
Grundsätzlich besteht für Kinder unter 15 Jahren Schulpflicht. Jeder Ugander hat zudem Anspruch auf 7 Jahre Unterricht. Dennoch können es sich viele Eltern nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken, weil ihnen das Geld für die Schuluniform, für Schuhe und Schulmaterial, wie Hefte und Stifte, fehlt. Außerdem wird auch die Arbeitskraft der Kinder zu Hause gebraucht.

Schulgebühren
Seit 2007 gibt es das Programm der “Free Secondary School“, nach dem staatlicherseits die Schulgebühren an öffentlichen und preisgünstigen privaten weiterführenden Schulen übernommen werden. Es wird davon ausgegangen, dass sich dadurch die Zahl der Schüler an den weiterführenden Schulen verdoppeln wird.
Die finanziellen Anforderungen für die Angehörigen der Kinder und Jugendlichen sind trotzdem noch recht hoch. Es müssen Schuluniformen, Schulmaterialien und Bücher angeschafft werden. Die staatlichen Schulen übernehmen auch keine Internatskosten, obwohl ein Internatsbesuch in den jeweiligen Abschlussklassen der Grund-, Mittel und Oberschule erwartet wird oder sogar Voraussetzung ist, um an den Prüfungen teilnehmen zu dürfen.

In der Praxis haben wir an den Secondary Schools, an denen von Bulungi e. V. unterstützte Kinder angemeldet sind, noch keine entsprechende Verbesserung im Rahmen des "Free Secondary Schools"-Programms wahrnehmen können. Weiterhin sind Schulgebühren fällig, die gemessen am Durchschnittseinkommen einer Familie horrend hoch sind. Fast an allen Schulen sind die Gebühren aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage und laufender Verteuerungen der Lebenshaltungskosten, die sich v. a. auf den Boarding-Betrieb der Schulen auswirken, sogar noch weiter angestiegen.

Ausstattung und Unterricht
Die Situation an den staatlichen Grundschulen ist häufig unzureichend. Die Klassenräume sind zu klein, es gibt nicht genug Schulbänke, keine Schulbücher und schlecht ausgebildete Lehrer, bei einer Klassengröße von nicht selten über 100 Kindern.
Durch den (theoretisch) kostenlosen Grundschulbesuch hat sich die Einschulungsrate erhöht, trotzdem beenden ca. 40 % der Kinder die siebenjährige Schulzeit nicht.
Es gibt in Uganda sehr viele private Schulen, sowohl für Grund- als auch für Oberschüler. Sie bieten kleinere Klassenverbände von immerhin auch noch bis zu 80 Schülern pro Klasse und besser ausgebildete Lehrer. Die einzelnen Schüler können etwas gezielter gefördert werden und das Unterrichtsniveau ist höher. Der Besuch einer privaten Schule ist  allgemein üblich, je nach Ausstattung und Anspruch der Schule variieren die Preise erheblich. Für den späteren Ausbildungsverlauf  ist der vorherige Besuch einer guten Schule eine wichtige Voraussetzung.

Abschlussklassen
Viele Schüler leben in dem Schuljahr vor den Abschlussprüfungen  der Grundschule, der Mittel- und Oberschule im Internatstrakt ihrer Schule, um sich so besser auf die Prüfungen vorbereiten zu können. Die Schlafräume dort beherbergen häufig bis zu 80 Schüler, dicht an dicht in dreistöckigen Betten. Der Schultag ist von früh morgens bis in den Abend hinein ausgefüllt mit Unterricht und verpflichtenden Lernzeiten.